englishE9N - ENSEMBLE 9. NOVEMBER

PREMIERE 2022

Ich werde ein Lied über rein Garnichts machen


PREMIERE
Auf der Bühne des Gallus Theaters
im Mai 2022:

Donnerstag 12. Mai 20 Uhr
Freitag 13. Mai 20 Uhr
Samstag 14. Mai 20 Uhr
Sonntag 15. Mai 20 Uhr
Donnerstag 26. Mai 20 Uhr
Freitag 27. Mai 20 Uhr
Samstag 28. Mai 20 Uhr
Sonntag 29. Mai 20 Uhr


Gallus Theater
Tel. Reservierungen
069 75 80 60 20
Kleyerstraße 15
60326 Frankfurt
http://www.gallustheater.de




Ein Stück für Fluss und Bühne.





[Der Film in voller Länge auf Youtube]



„Ich werde ein Lied über rein gar nichts machen“

verspricht der `erste` Troubadour Wilhelm von Aquitanien (Graf von Poitiers und Herzog von Aquitanien 1071-1127).
Er setzt mit diesem „Gedicht über das reine Nichts“ für die Kunst - also auch die Poesie, was viel später Immanuel Kant mit dem Satz geltend macht „schön ist, was ohne Begriff gefällt“.
Es ist die reine freie Spontaneität, die für beide Autoren den Grund der künstlerischen Kreativität bildet. In den Vorlesungen zur Ästhetik erklärt dies für Hegel den Vorrang der Poesie gegenüber der Prosa. Von diesen Gedanken ist das Gesamtkunstwerk bestimmt - in seiner poetischen Textfundierung sowie in allen anderen, damit zusammen arbeitenden, Künsten.
Prosaische Realität und ästhetische Spontaneität von Kunst treffen in Film- und Bühnenfassung des Stücks auf einander und stören dort die gewohnte Selbstverständlichkeit alltäglicher Wahrnehmung.
Der Film spielt am Fluss, im Treppenhaus von Architektur, im Innern der Kostümskulpturen mit denen das Schauspiel choreographische Räume schafft. Musik zerbricht die Kontinuität der Raumwahrnehmung mit einer Fülle von Empfindungszeiten, die dem Klang poetische Sprache verleiht. Und auf dem prosaischen Main schwimmt die Poesie der Bühne.
Film und Bühnenfassung spielen im Gallus Theater Frankfurt am Main ab dem 12. Mai 2022 ineinander.

Regie, Dramaturgie, Bildende Kunst
Dr. Wilfried Fiebig

Komposition,Piano
Theodor Köhler

Leitung E9N
Helen Körte
Dr. Wilfried Fiebig

Sopran
Julie Grutzka

Mezzosopran
Pauline Jordan

Schauspiel
Richard Köhler
Wilfried Fiebig

Licht
Johannes Schmidt

GRAFIK:
Jörg Langhorst


Mit freundlicher Unterstützung:
Kulturamt Stadt Frankfurt am Main
HfG Offenbach


   

BÜHNENPREMIERE 2021

WENN BÜCHER BRENNEN


PREMIERE
Auf der Bühne des Gallus Theaters
im Oktober 2021:

Mittwoch 13. Oktober 20 Uhr
Donnerstag 14. Oktober 20 Uhr
Freitag 15. Oktober 20 Uhr

Donnerstag, 15. Juli 2021
ab 21:00 Uhr
Open Air Kino Innenhof

http://www.gallustheater.de
und
http://www.e9n.de



Gallus Theater
Tel. Reservierungen
069 75 80 60 20
Kleyerstraße 15
60326 Frankfurt
http://www.gallustheater.de



WIRD ES HELL. RAUCH STEIGT AUF, ASCHE FÄLLT.



[Der Film auf Youtube im ganzen Browserfenster]


Es wurden zwei Fassungen des Stücks produziert:
1. Eine Filmfassung
2. Eine Bühnenfassung.
Diese schließt die Filmfassung als Projektion auf der Rückwand mit ein,während Spiel, Sprache, Musik, Objekte, zusammen mit Lichtdesign auf der Bühne live geschehen:


[Die Aufführung vom 14.Oktober 2021, aus dem Publikum:]


Die Filmfassung betont eine öffentliche virtuelle Aussenbildwelt
die Bühnenfassung gibt eine reale nahe Erlebniswelt,
beides zugleich ein Gesamterlebnis beider Kunstwelten.

Aufgrund der Covid-19 Pandemie wurden die PREMIERE und die Aufführungen vor Publikum auf den Oktober 2021 verschoben.






Regie, Dramaturgie, Bildende Kunst
Dr. Wilfried Fiebig

Komposition,Piano
Theodor Köhler

Leitung E9N
Helen Körte
Dr. Wilfried Fiebig

Musik

Sopran
Johanna Greulich

Violine
Katrin Becht

Saxophon, Querflöte
Bassklarinette

Stefan Weilmünster

Schauspiel
Eric Lenke
Katrin Schyns
Myriam Tancredi
Richard Köhler

Licht
Johannes Schmidt

GRAFIK:
Jörg Langhorst






PRESSESPIEGEL

Frankfurter Rundschau, Freitag, 7. Mai 2021, Stadtausgabe / Feuilleton

Schädliche Dünste verbreiten die Pest

„Wenn Bücher brennen wird es hell“:
Ein Theaterfilm des Frankfurter Ensemble 9. November
VON MARCUS HLADEK
Wenn Bücher brennen wird es hell. Rauch steigt auf, Asche fällt“: so lautet der Titel des neuen Theaterabends des Frankfurter Ensemble 9. November, eingerichtet von Wilfried Fiebig (Regie, Dramaturgie, bildende Kunst). Ach, wenn er nur spielen dürfte. Aber Live-Premieren vor Publikum bleiben im pestilenzialischen Notstand verboten, was den 43-minütigen Theaterfilm gleichen Titels (Jörg Langhorst) gemessen am Ganzen zum Ersatz degradiert: Theater-Muckefuck. Ohne Covid-19 wäre der Film Begleitung. So sehr das „E9N“ eine Ästhetik des Gesamtkunstwerks verficht, die den Film für autonom erklärt, fehlt die Bühne dem in Parks, auf Bahn- und Stadtgelände aufgenommenen Film eben doch: uneinholbar. Es ist dies der Stempel der Zeit, die wir durchleben. Zeit ist denn auch der lapidare Startpunkt in Fiebigs „europäisches Epos“. Noch vor dem Vergänglichkeitsmotiv der Sanduhr steht dieser Einstieg: „Es ist Zeit. Zeit ist.“ Da spürt man aus der Ferne, wie dem Hegelianer Fiebig, der die Dinge zu historisieren liebt, das Herze schlägt. Wie verlautet, hat er ein Textgerüst aus Ovid, Dante, Shakespeare (Metamorphosen, Komödie, Kaufmann) mit russischer, englischer und spanischer Lyrik verschnitten: Europa von der Antike zur frühen Neuzeit und weiter. Kein Wunder, dass die behandschuhten Schauspielerinnen und Schauspieler in schwarzen oder dunklen Anzügen und kantig-poetischen Kostümbausteinen aus Metall, Papier, Netz und Federn (Eric Lenke, Katrin Schyns, Myriam Tancredi, Richard Köhler) mal auf hohen Kothurnen tragisch über den Bahndamm staksen, mal sich in Hand- und Körperspiegeln begutachten wie Narziss und Echo, damit die, Vorsicht Wortspiel, Reflexion nicht zu kurz kommt.  „Lodernder Brand“, tönt uns da parallel zu den verspielten Bildern infernalisch entgegen: „Scheiterhaufen ... Es brennen Euphrat, Ganges, Nil ... Frösche und Schlangen in kochenden Blutseen ... Schädliche Dünste verbreiten die Pest ... Der mächtigsten Städte ist sie Meister geworden.“ Trauert Hegel so den Zeiten nach, weil er die Ewigkeit nicht halten kann? Theodor Köhler setzt das als Kompo- und Pianist mit Katrin Becht (Violine) und Stefan Weilmünster (Bassklarinette, Flöte, Saxofon) schön in Musik. Johanna Greulichs wohlklingender Sopran treibt die Sprech-Lyrik per Vor- oder Nachhall in sangliche Echos. Wie meist beim „E9N“ ergibt sich trittsicher eine Art intellektualisierte Nachfolge zur romantischen Hausmusik und Kunstliedtradition, die en passant elegische Kunstlandschaften erschafft und uns in wehmütiges Entzücken versetzt.


Mit freundlicher Unterstützung:
Kulturamt Stadt Frankfurt am Main
frankfurt music academy
HfG Offenbach





   

SEPTEMBER 2021

"SOMMERSPROSSEN"

WIEDERAUFNAHME: Samstag,
18. September 2021


... gekrönt von fünf neuen
bildhaft- surrealen Episoden

Alle Aufführungen:
Samstag, 18. September 20 Uhr
Sonntag, 19. September 19 Uhr
Mittwoch, 22. September 20 Uhr
Donnerstag, 23. September 20 Uhr
Freitag, 24. September 20 Uhr
Samstag, 25. September 20 Uhr


Gallus Theater
Tel. Reservierungen
069 75 80 60 20
Kleyerstraße 15
60326 Frankfurt
http://www.gallustheater.de



oder die Verwunderung des Menschseins



Liebes Publikum, Kunsthungrige,
treten Sie ein!
Theaterbetrunkene, begleiten Sie uns auf die Jagd nach allem, was Euch bewegt und sucht mit uns das Rätsel um die Verwunderung des Menschseins.
Entdeckt den imaginären silbernen Becher -
darin Tränen, die lachen und Münder, die weinen.
Wir schlürfen unsere Umarmungen und verfluchen die Einsamkeit.
Darum bitten wir Euch, steigt ein in die Poesie des Erlebens.
Bekannt für unsere Bildersprache verteilt die Regisseurin 4 ganz unterschiedliche Episoden, gesammelt in einem expressiven Theater aus Bildern, Musikkompositionen, Körpern, Erzählungen...
Step by Step schildert sie die Tragik und die Humoresken des Alltags im Tempo einer Schlittschuhläuferin nistet sie sich ein in eure Haut und lächelt.



Poetischer Überblick:

Episode 1
Als der Mond schon längst verschwunden war...

Episode 2
Hören und Sehen und sonst noch was?

Episode 3
"Lasset die Vögel wieder singen"

Episode 4
"Kinder als Kinder"

Episode 5
LIEBE
Sehnsucht, Abschied, und das Betteln um den letzten Kuss.



TEXT und INSZENIERUNG
Helen Körte

Kostüme
Margarete Berghoff

Schauspiel
Katrin Schyns
Venera Dick
Elena Thimmel
Myriam Tancredi
Eric Lenke
Richard Köhler
Armend Huli

Musik
Komposition/ Musikalische Leitung / Piano, Gitarre
Uwe Kremp
Violine
Katrin Becht
Sopran
Bernadette Schäfer

Filmmusik
Elvira Plenar

Bühne, Objekte
Wilfried Fiebig

Licht
Johannes Schmidt

Assistenz
Hanna Linde

Bilder / Projektionen
Huyen Tran Chau
Markus Becker
Christine Fiebig

Bilder
Holger Menzel

GRAFIK:
Jörg Langhorst



Mit freundlicher Unterstützung:
Kulturamt Stadt Frankfurt am Main
HfG Offenbach


   

PREMIERE 2020

"SOMMERSPROSSEN"


Donnerstag,
24. September 2020

Alle Aufführungen:
Donnerstag, 24. September 20:00 Uhr
Freitag, 25. September 20:00 Uhr
Samstag, 26. September 20:00 Uhr
Sonntag, 27. September 19:00 Uhr


Gallus Theater
Tel. Reservierungen
069 75 80 60 20
Kleyerstraße 15
60326 Frankfurt
http://www.gallustheater.de

FILMPREMIERE
"Der Andere Carneval der Tiere"
August 2020 auf
FRANKFURT & CULTURE





oder die Verwunderung des Menschseins

Liebes Publikum, Kunsthungrige,
treten Sie ein!
Theaterbetrunkene, begleiten Sie uns auf die Jagd nach allem, was Euch bewegt und sucht mit uns das Rätsel um die Verwunderung des Menschseins.
Entdeckt den imaginären silbernen Becher, darin Tränen, die lachen und Münder, die weinen.
Wir schlürfen unsere Umarmungen und verfluchen die Einsamkeit.
Darum bitten wir Euch, steigt ein in die Poesie des Erlebens.
Bekannt für unsere Bildersprache verteilt die Regisseurin 4 ganz unterschiedliche Episoden, gesammelt in einem expressiven Theater aus Bildern, Musikkompositionen, Körpern, Erzählungen...
Step by Step schildert sie die Tragik und die Humoresken des Alltags im Tempo einer Schlittschuhläuferin
Nistet sie sich ein in eure Haut
und lächelt.

Poetischer Überblick:

Episode 1
Als der Mond schon längst verschwunden war...

Episode 2
Hören und Sehen und sonst noch was?

Episode 3
"Kinder als Kinder"

Episode 4
LIEBE
Sehnsucht, Abschied, und das Betteln um den letzten Kuss.

TEXT und INSZENIERUNG
Helen Körte

Schauspiel
Katrin Schyns
Venera Dick
Elena Thimmel
Myriam Tancredi
Eric Lenke
Richard Köhler

Musik
Komposition/ Musikalische Leitung / Piano, Gitarre
Uwe Kremp
Violine
Katrin Becht
Sopran
Bernadette Schäfer

Filmmusik
Elvira Plenar

Bühne, Objekte
Wilfried Fiebig

Licht
Johannes Schmidt

Assistenz
Hanna Linde



Bilder / Projektionen
Huyen Tran Chau
Markus Becker
Christine Fiebig
GRAFIK:
Jörg Langhorst

Mit freundlicher Unterstützung:
Kulturamt Stadt Frankfurt am Main
HfG Offenbach


   

Kurzfilm
Sommer 2020

"Aus dem Leben einer Fledermaus"










"Aus dem Leben einer Fledermaus"
nach einem Text von Margaret Atwood

Drehbuch und Regie: Helen Körte
Schauspiel: Myriam Tancredi
Geige: Katrin Becht
Maske: Wilfried Fiebig
Film: Jörg Langhorst
© Juni 2020 - E9N - 'Ensemble 9. November'




Regie
Helen Körte


Mit freundlicher Unterstützung:
Kulturamt Stadt Frankfurt am Main

HfG Offenbach

Gallus Theater
069 75 80 60 20
Kleyerstraße 15
60326 Frankfurt
http://www.gallustheater.de


   

FILMPREMIERE auf
FRANKFURT & CULTURE

(Premiere:
Mittwoch, 22. April
2020
)

"DER ANDERE CARNEVAL
DER TIERE"

Ein Kaleidoskop der Künste in dem Schauspiel, Objektkunst, Musik, Gedicht und Sprache mit dem Medium Film zusammen kommen.


PREMIERE:
22. April 2020, 20 Uhr

April 2020
Mittwoch, 22. April 20:00 Uhr
Donnerstag, 23. April 20:00 Uhr
Freitag, 24. April 20:00 Uhr
Musik und Bühne:
Mittwoch, 29. April 20:00 Uhr

Mai 2020
Freitag, 1. Mai 20:00 Uhr
Samstag, 2. Mai 20:00 Uhr
Sonntag 3. Mai 19:00 Uhr
Montag, 4. Mai 20:00 Uhr

Gallus Theater
Tel. Reservierungen
069 75 80 60 20
Kleyerstraße 15
60326 Frankfurt
http://www.gallustheater.de





Mitten im Strom das Pferd gewechselt
Das Ensemble 9. November zeigt »Der andere Carneval der Tiere« als Film

Die Kunst ist lang und kurz ist unser Leben. Es beruhigt gewiss nicht nur beim Ensemble 9. November, dass dieser Satz von einem veritablen Arzt stammt: von Hippokrates, Begründer der wissenschaftlichen Medizin und Urvater aller RobertKoch-Institute. Dass es vier Wochen vor der geplanten Premiere seines neuen Stückes »Der andere Carneval der Tiere« plötzlich hieß »Gesundheit geht vor« – also auch Kunst – konnte das den Theatermacher, Kunstlehrer und Dialektiker Wilfried Fiebig nicht sonderlich beeindrucken. Denn ihrem genuinen Auftrag, Neues zu schaffen, kommt die wahre Kunst unter allen Bedingungen nach. Ohne von seinem Thema zu lassen hat der Verfechter des Gesamtkunstwerks mit seinem Ensemble einfach die Sparten, in denen er sich kreativ bewegt, umsortiert und neu gewichtet. Mitten im Strom die Pferde zu wechseln, ist mithin keine Kunst für die Kunst.
Das Medium Film, seit jeher unverzichtbarer Bestandteil der E9N Bühnenproduktionen, bestimmt nun als Leitmedium das Spiel, die Musik und den Einsatz der Objekte. Dabei eröffnen filmische Techniken wie etwa Close-ups völlig neue Perspektiven und Zugänge zu gesetzten Themen. An seinem Vorhaben, mit Gedichten, Aphorismen und Erzählungen der Weltliteratur den »Carneval der Tiere« als eine poetische Manifestation zu präsentieren, hält der Frankfurter Maestro unvermindert fest. Soviel vorweg: Alle Texte, die zum Vortrag auf der Bühne gedacht waren, alle dafür in seiner Werkstatt gefertigten Objekte und sämtliche Lieder und Kompositionen aus Theodor Köhlers musikalischer Feder werden in Szene gesetzt. Und dennoch wird die mit Kameramann Jörg Langhorst realisierte Arbeit nicht die Aufzeichnung eines Theaterstücks sein, wie sie derzeit auf allen Internetkanälen grassieren, sondern ein notwendig neues und eigenständiges Kunstwerk. Fiebig: »Der Film ist eine gegenwärtige Produktion und kein Zitat einer vergangenen«. Allein der Einsatz von Filmmusik und ihre Bebilderung erforderten völlig andere optische Zugänge.
Im Gegensatz zum gesprochenen Wort auf der Bühne bräuchten der einsame Adler oder die schlagende Nachtigall (Eichendorff) eine separate bildliche Behandlung. Dass Langhorst dafür nicht etwa mit der Kamera zum Bird-Watching in den Taunus fährt, sondern sich ganz auf die künstlerische Objektwelt Fiebigs konzentriert, möge Missverständnissen vorbeugen. Auch an dem schon weithin geprobten analogen Theaterstück hält das Ensemble 9. November weiter fest. Wie schon im April-Strandgut angekündigt lehnt sich Fiebigs »Der andere Carneval der Tiere« lediglich im Titel an den Camille Saint-Saens »grand fantaisie zoologique« an. Die Musik in der E9N-Produktion kommt von Theodor Köhler und Katrin Becht (Violine), der Gesang von Rebekka Stolz, das Licht von Johannes Schmidt und das Spiel bestreiten Richard Köhler, Eric Lenke und Katrin Schyns. Ab Juli sollte der Film verfügbar sein, wie und wo, weiß die Website. Fiebigs E9N-Partnerin Helen Körte, die für die Herbstproduktion des Ensembles zeichnet, hofft noch immer ihr neues Stück wie geplant im September zur Aufführung bringen zu können: ein »lyrischtheatralischer Beitrag« mit dem Titel »Sommersprossen oder die Verwunderung des Mensch-Seins«.

Strandgut Nr. 500 / Juni 2020



Animalische Blütenlese
Gallus Theater: E9N zeigt »Der andere Carneval der Tiere«

»Nachtigallen schlagen schlagen – Steine fliegen – ich weiß was der gefangene Vogel fühlt …«: So poetisch, so lyrisch, aber auch so verzaubert rätselhaft gab sich das Ensemble 9. November selten vor einer neuen Produktion – genauer: Wilfried Fiebig, der zusammen mit Helen Körte die offene Theatergruppe leitet und mit dieser im halbjährlichen Wechsel seine Stücke inszeniert. »Der andere Carneval der Tiere« nennt Fiebig sein neuestes Werk, das nur vom Titel her an die »grande fantaisie zoologique« von Camille Saint-Saëns anlehnt, den musikalischen Tiergartenschaulauf des französischen Komponisten. Der vielseitige Frankfurter Theatermacher, HfG-Dozent, Philosoph, bildende Künstler und entschiedener Verfechter des Gesamtkunstwerks dagegen präsentiert, von den Zeichnungen Jean-Jacques Grandvilles inspiriert, seinen »Carneval« als eine poetische Manifestation der Tiere – und taucht dafür tief in die große Truhe der Weltliteratur. »Müde, von den Menschen benutzt und verleumdet zu werden«, sinnen die Tiere auf Abhilfe und Widerstand und werden bei den großen Dichtern bis hin zu den Verfassern der Bibel fündig. Von Maya Angelou (»Ich weiß, warum der gefangene Vogels singt«) über Eichendorff, immer wieder Morgenstern, Baudelaire (»Bisweilen fangen die Matrosen zum Vergnügen die großen Albatrosse«) bis hin zu Hiob, Moses, Ringelnatz (»Wenn ich zwei Vöglein wär«) und vielen, vielen anderen poetischen Tierbetrachtern mehr. Dass dabei auch Steine fliegen, muss, Christian Morgenstern folgend, nicht wundern: »Es flog ein Stein so weit, so weit – und hatte doch kein Federkleid! Es war ihm ja zu gönnen. Indessen rechte Seltsamkeit, dass Steine fliegen können!«. Es sind Dutzende von Gedichte und Aphorismen, eine wahrhafte Anthologie, die Wilfried Fiebig mit live gespielter Musik von Theodor Köhler (Komposition, Piano) und Katrin Becht (Violine), Gesang von Rebekka Stolz, dem Spiel von Richard Köhler, Eric Lenke und Katrin Schyns, dem Licht von Johannes Schmidt und seinen eigenen Kostüm- und Objekt-Interventionen zum Klingen, Tönen und Leuchten bringen will. Was sonst als ein doch wesentlich heiteres Vergnügen für alle Sinne, inklusive des Intellekts, steht da zu erwarten! »Das Gesamtkunstwerk ›Der andere Carneval der Tiere‹ lässt hören und sehen, was die Poesie nicht sagen kann, wozu sie aber die Einbildungskraft anstiftet«, kündigt das Ensemble 9. November an. Zu unserer aller und der Tiere Bestem!

(Winnie Geipert, Strandgut 4/2020)

LEITUNG:
Helen Körte, Dr. Wilfried Fiebig

REGIE:
Dr. Wilfried Fiebig

KOMPOSITION UND PIANO:
Theodor Köhler

VIOLINE:
Katrin Becht

MEZZOSOPRAN:
Rebekka Stolz

SCHAUSPIEL:
Richard Köhler,
Eric Lenke,
Katrin Schyns

LICHTDESIGN:
Johannes Schmidt

GRAFIK:
Jörg Langhorst

Mit freundlicher Unterstützung:
Kulturamt Stadt Frankfurt am Main
https://www.facebook.com/FFMCULTURE
https://youtu.be/9ksM9586yHI
HfG Offenbach
Gallus Theater Frankfurt